Was mich bewegt(e)
Was passiert, wenn das ewige Eis der Gletscher schmilzt und der Permafrostboden auftaut?

Was mich immer bewegt: Krieg

Krieg in Syrien, in Afghanistan, und dann ganz in der Nähe: in der Ukraine. Im Sommer 2024 waren ca. 30 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine von der Stadt Kufstein eingeladen worden, um den Krieg wenigstens für zwei Wochen hinter sich zu lassen!
Etwas anderes sehen, denken und fühlen. Sie waren auch in den Ateliers am Festungsberg und konnten malen, zeichnen und Kunstwerke aus Glas erfinden.
„Aleppo is burning“

Auch in Kufstein wohnten nach ihrer Flucht unbegleitete minderjährige Jugendliche in einer Unterkunft. Sie hatten nur über ihr Handy Kontakt zu Familienangehörigen, mussten also irgendwie zurecht kommen. Vor allem mit ihrem Heimweh, ihrem Wunsch nach Nähe und Geborgenheit. Was einige von ihnen erlebt haben? Wir können uns davon keine Vorstellung machen. Mir war wichtig ihnen wenigstens ein bisschen Lebensfreude und Selbstvertrauen zu vermitteln.
Was eignet sich besser als eine Tätigkeit, bei der sie etwas gestalten können, zum Beispiel beim Malen von Bildern.

Krieg und Frieden
Das zweiteilige Bild „Kinderleben“ entstand, als ich mir die Schreckenserlebnisse syrischer Kinder bewusst machte. Was ein Krieg aus Kindern macht, die früher furchtlos und glücklich aufwuchsen. Traumatisierte Flüchtlingskinder aus Kriegsgebieten erlebten Gräueltaten, die sie nicht vergessen können. Jahre später noch übt das Grauen seine zerstörerische Macht aus, sogar bei den Kindern der nächsten Generation.
In meinen Bildern zum Thema Krieg und Frieden soll Grau, eine sog. Nichtfarbe, die Bedrohung durch das Grauen darstellen.

Kinder 1 und 2 – 2018 – 50 x 90 cm, Acryl / Ölkreide / Tusche

Kufstein in der Zeit des Nationalsozialismus: Die Südtiroler Siedlung
Die Südtiroler Siedlung im Wandel war Thema einer Ausstellung in der Stadtgalerie dia:log in der Kinkstraße 5 in Kufstein. Sechs Künstlerinnen und Künstler waren beteiligt.
Ende der Vorstellung, 2022, Acryl und Stift auf Karton, 100 x 140 cm, Bildrecht Wien
Ab September 1939 zeichnete sich ab, dass Deutschland einen Krieg an mehreren Fronten zu führen beabsichtigte. Es fehlten Arbeitskräfte, und es fehlten Soldaten. Abhilfe versprach man sich von umgesiedelten Südtirolern. Für sie musste Wohnraum geschaffen werden. Während des Krieges entstanden 400 neue Wohnungen, zum Teil von Zwangsarbeitern errichtet. Bei der „Sondermaßnahme S“, dem „kriegswichtigen“ Bau der Südtiroler Siedlung ging es vor allem um „Menschenmaterial“.
Nach Kriegsende 1945 kehrten nur wenige Südtiroler in ihre alte Heimat zurück. Ein Grund dafür war, dass sie ihre italienische Staatsbürgerschaft verloren hatten. Auf die österreichische mussten sie noch zehn Jahre warten.
Der Abriss der Häuser geht zügig voran, ebenso der Neubau, bei dem 700 neue Wohnungen entstehen sollen.

© Mag. Dorothea Barth, Kufstein
Positiv denken – aber nicht positiv sein!




Mensch und Tier


Was mich bewegte …und immer wieder bewegt: Naturzerstörung

In meinem Zyklus „Die Haut der Erde“ habe ich mir Boden- und Gesteinsschichten zum Thema gemacht. Schon immer interessierte ich mich für geologische Formationen. Doch in den letzten Jahren kam etwas hinzu: Eine zunehmende Beunruhigung, ausgelöst durch schwerwiegende und vielleicht folgenschwere Eingriffe in die „Haut der Erde“ wie Stauseen und Druckstollen in Tirol, Tiefseebohrungen im Atlantik und Gas- bzw. Öl-Fracking in den USA und in Russland.
Nicht immer wird verantwortungsvoll und mit der nötigen Sorgfalt vorgegangen, wie das Beispiel Longarone zeigt.
Die Technikgeschichte lehrt: Alles, was gemacht werden kann, wird auch gemacht.


Dieses Bild entstand 2010. Immer häufiger gibt es große Überschwemmungen. Man nennt sie „Jahrhunderthochwasser“, aber sie müssten eigentlich „Jahrzehnthochwasser“ heißen, denn sie kommen in immer kürzeren Abständen vor.

Ende der Vorstellung, 2022, Acryl und Stift auf Karton,
100 x 140 cm, Bildrecht Wien